Der jüdische Friedhof in Szydlowiec ist einer der größten, die sich in Polen noch erhalten haben und wurde in der zweiten Hälfte des siebzehnten Jh., mit Beginn der jüdischen Massensiedlung und der Gründung der jüdischen Religionsgemeinschaft in der Stadt geschaffen.

Im Laufe der Jahren wurde er immer größer weil da nicht nur die Juden aus Szydlowiec aber auch aus benachbarten und auch weiter entfernten Ortschaften begraben wurden. Heute ist das Gebiet des Friedhofs etwa 1/3 seiner ehemaligen Gelände. Noch kurz nach 2.Weltkrieg reichte der Friedhof bis an die heutige Kosciuszko – Straße, doch im Jahr 1957 wurde er von der kommunistischer Stadtverwaltung geschlossen. Die Grabsteine wurden auf das heutige Friedhofgsebiet verschoben und in mehreren Reihen dicht aneinander platziert.

Am ältesten Teil wurde das Spielplatz des neu eingerichteten Gymnasium gebaut, weiter - ein Kaufhaus und ein Möbelhaus - heute Markt "Leviathan". Es wurde auch eine neue Steinmauer gebaut, mit einem Tor, das stilistisch an die traditionelle jüdische Verzierungen erinnert.

Heute befinden sich auf dem Friedhof 3100 Grabsteine. Sie haben eine traditionelle Form einer rechteckigen, oft an der Spitze gebogenen Platte. Auf jedem ist eine Inschrift im Hebräischen und ein Piktogramm als Symbolik in Bezug auf das Leben des Verstorbenen gelegt. Die Gräber stammen in erster Linie aus den Jahren 1901 - 1939. Über 20% älteren Grabsteine sind aus den Jahren 1851 - 1900. Aus den Jahren 1831 bis 1850 stammen etwa 60 Gräber.

Grabsteine wurden in der Regel am ersten Jahr nach dem Tode ausgegeben. Ihre Symbolik bezieht sich auf das Geschlecht der Verstorbenen, Aktivitäten und seine Frömmigkeit. Zum Beispiel sind die Kerzen in den Leuchter, manchmal gebrochen, nur auf den Grabsteinen der Frauen; gerade weil Frau am Freitag Abend Kerzen für den Sabbat anzündet. Das Buch oder Bücher auf einem Regal, symbolisieren dass der Verstorbene ein Rabbiner, Schreiber, oder Lehrer in einer Synagoge war. Die Hände in einer charakteristischen Geste des Segens symbolisieren einen Nachkommen des biblischen Familie Kohen, oder Priester. Das Bild eines Löwen ist das Symbol der Leviten, die den Glauben verbreiten und verteidigen, das Reh ist ein Symbol für den Stamm Naphtali, die Krone auf den Grabsteinen symbolisiert die eheliche Liebe.

Jüdische Inschriften unterscheiden sich erheblich von denen auf den Gräbern der Christen. Sie sprechen vor allem vom Trauer und der Leere, beschreiben das Leben und Charakter eines Verstorbenen. Ihre Einzigartigkeit unterstreicht auch die hebräische Sprache, die für polnische Juden nur die Sprache des Gebets war. Unter den Szydlowiecer Grabsteinen gibt es keine zwei die gleich sind. Sie sind das Zeugnis der Kunst der lokalen Steinmetzen. Szydłowiecer Friedhof wird von vielen Nachkommen derer hier begrabenen Juden besuchte, darunter von Chassidim – der Anhänger des Rabbiner Zadik, der im vor kurzer Zeit gebauten Ohel ruht.

Płatności bezgotówkowe